April, April...

Wo genau der Aprilscherz seinen Ursprung gefunden hat ist umstritten.


Laut Wikipedia wird erstmals 1618 in Bayern „jemand in den April geschickt“! Wie es dann genau der 1. April wurde, ist noch unbekannt. Doch angeblich gab es im Volksglauben der Antike schon die sogenannten „Unglückstage“. Es galt an diesem Tag als unsicher zu verreisen und unter anderem wurden auch keine Hochzeitstermine geplant!

Als "Narrentag" ist der 1. April über den europäischen Raum hinaus bekannt. Heute ist das Internet voll mit mehr oder weniger lustigen Ideen für Aprilscherze, Tipps wie man Eltern, Geschwister, beste Freunde und Arbeitskollegen in den April schicken kann oder Berichte von „April-Opfern“.


Noch Tage später wird in der illustren Runde über die ungläubigen Gesichter gelacht, wenn der April-Narr bemerkt, dass es ihn dieses Mal selbst erwischt hat. Naheliegend ist, dass der Aprilscherz besonders bei Kindern und Journalisten beliebt ist. Jahr für Jahr versuchen Medien mit ihren Einfällen zu punkten. Eine Zeitungsente jagt die Nächste.

Dienstboten "in den April schicken"
Die Basler Zeitung berichtet unter anderem, dass es im 17. Jahrhundert bei den Kindern wohlhabender Familien ein beliebter Spaß und Zeitvertreib war, die Dienstboten it unmöglichen, falschen Aufträgen loszuschicken. Kamen diese dann unverrichteter Dinge wieder, wurden sie ausgelacht oder mit Spottversen wie "April, April, schickt man den Esel wohin man will" als Scherzopfer geoutet!

Spaghetti, die auf Bäumen wachsen


Die Briten haben den Aprilscherz zwar nicht erfunden, jedoch mit der BBC Ausstrahlung der Spaghetti-Ernte haben sie die Messlatte fürs „in den April schicken“ sehr hoch gelegt. Dazu sei gesagt, dass vor 60 Jahren die langen Nudeln noch nicht sehr bekannt waren und sich daher perfekt für einen Scherz anboten.


Der TV Sender berichtete am 01. April 1957 über die Spaghetti Bäume aus der Schweiz. Es wurde ein Beitrag gezeigt, in dem Damen und Herren die Spaghetti von den Bäumen pflückten und die Teigwaren zum Trocknen in die Sonne legten. Moderiert wurde der Beitrag von dem bekannten Radio und Fernsehsprecher Richard Dimbleby. Der aufwendige Bericht wurde teilweise in England und in der Schweiz abgedreht. Etwa acht Millionen Zuschauer sahen die Sendung. Es wurde über Schädlingsprobleme (Spaghetti-Rüsselkäfer) berichtet, über schlechte Ernten in den Vorjahren, die Spaghetti-Industrie in der Schweiz und in Italien wurde erörtert und auch die Sorgen der Bauern wegen des angekündigten Spätfrostes wurden im Interview veröffentlicht. Kurz und gut, der Bericht enthielt alles, was einen guten Beitrag ausmacht!



Dementsprechend haben die Zuschauer auch reagiert! Hunderte, interessierte Engländer riefen bei BBC an. Sie wollten Spaghetti-Bäume kaufen, andere wiederum wollten die fremdartigen Pflanzen gar selber ziehen um exotische Delikatessen aus der eigenen Ernte zu verspeisen. Als sich die Sendung als Aprilscherz geoutet hatte, gab es allerdings einige, weniger lustige Nachwehen. Der Moderator, als seriös und glaubwürdig bekannt, musste um seinen Ruf fürchten und auch die Sendung Panorama samt BBC wurde einige Zeit stark kritisiert. 

Der ET von London

Ob der Aprilscherz von Richard Branson, seines Zeichens Inhaber der „Virgin Atlantic Airways“ gelungen oder eher ein Flop war, sollte jeder für sich entscheiden. Fakt ist: Der als ET verkleidete Pilot flog mit einem, als UFO getarntem Heißluftballon, über das nächtliche London. Blinkende Lichter, welche an dem Ballon angebracht waren, sorgten rasch für Aufmerksamkeit in der englischen Metropole. Unzählige Notrufmeldungen wollten die Welt vor der Invasion der Aliens warnen und blockierten so die Leitungen der Polizei und Notrufstellen. Als der flugbegeisterte Brite anschließend, vom Winde verweht, auf einem Acker außerhalb Londons notlanden musste, wurde er schon von verschreckten Bobbys erwartet.


Der silberne Anzug des Spaßvogels trug nicht zur Beruhigung der Situation bei.

Eigentlich wollte Branson ja am Morgen des 1. April 1989 im Londoner Hyde Park landen und rechnete nicht mit so viel Aufmerksamkeit – schon gar nicht von der englischen Luftfahrtbehörde, welche ein Verfahren gegen den ET von London einleitete.

Ein Aprilscherz oder doch eher ein Frontalangriff auf Pepsi?

Am 1. April 1996 veröffentlichte der Milliardär Richard die Brüsseler-Richtlinie E-3240 B, welche den Verkauf von Cola nach dem Ablaufdatum verbietet. Um hier mit seinem Getränk auf der sicheren Seite zu bleiben, gab er ebenfalls bekannt, dass bei Virgin Cola eine neue Technik zum Einsatz käme! Hier wird bei Erreichen der Ablauffrist eine Verbindung mit der Dose und der Flüssigkeit aktiv, welche die Dose hellblau verfärbe. Man möge bitte auf keinen Fall blaue Dosen kaufen. Zufall oder Plan? Die neu gestalteten Dosen von Pepsi wurden auf aktuell dem Markt eingeführt und diese waren hellblau.


Geldinstitute von Kasachstan in April-Scherz-Not


1995 belagerten unzählige Kasachen die Geldinstitute. Die Bankangestellten waren ratlos, forderten die Menschen doch tatsächlich versprochenes Geld ein! Die allerorts bekannte Tageszeitung hatte sich ein Späßchen erlaubt und in einem Beitrag die fehlerhaften Sicherheitsstreifen der 10-Tenge-Geldscheine gemeldet. In dem Streifen sei irrtümlich wertvolles Gold und Platin verwendet worden. Man bat die Bevölkerung um Hilfe und versprach den Rückkauf der Scheine für 250 Dollar. Verständlich, dass die Menschen verärgert reagierten und es zu Tumulten kam, nachdem sich der Beitrag als Zeitungsente zum 1. April entpuppte.


Weil wir den 1. April lieben!


2017 ist ja der 1. April leider an einem Samstag gefallen und daher haben wir in der Werbeagentur keine Gelegenheit uns mit Streichen den Tag zu versüßen. Alle haben wir frei und genießen den sonnigen Tag. Dennoch würden wir uns freuen, wenn Sie uns das eine oder andere April-Erlebnis per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!zusenden würden. Damit wir für den 1. April 2018 wieder einiges zu berichten haben.


Bildrechte:
Swirls of cooked spaghetti with fork. Spaghetti heart shape. © Melica – stock.adobe.com

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